Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz  Rückert 

Gedichte


Gedichte » Friedrich Hebbel » An die Jünglinge


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum
WISSEN
Fachtermini

  
 

An die Jünglinge

Trinkt des Weines dunkle Kraft,
  Die euch durch die Seele fließt
Und zu heil’ger Rechenschaft
  Sie im Innersten erschließt!
Blickt hinab nun in den Grund,
  Dem das Leben still entsteigt,
Forscht mit Ernst, ob es gesund
  Jedem Höchsten sich verzweigt!

Geht an einen schaur’gen Ort,
  Denkt an aller Ehren Strauß,
Sprecht dann laut das Schöpfungswort,
  Sprecht das Wort: es werde! aus.
Ja, es werde! spricht auch Gott,
  Und sein Segen senkt sich still,
Denn, den macht er nicht zum Spott
  Der sich selbst vollenden will.

Betet dann, doch betet nur
  Zu euch selbst, und ihr beschwört
Aus der eigenen Natur
  Einen Geist, der euch erhört.
Leben heißt, tief einsam sein;
  In die spröde Knospe drängt
Sich kein Tropfe Taus hinein,
  Eh’ sie innre Glut zersprengt.

Gott dem Herrn ist’s ein Triumph,
  Wenn ihr nicht vor ihm vergeht,
Wenn ihr, statt im Staube dumpf
  Hinzuknieen, herrlich steht,
Wenn ihr stolz, dem Baume gleich,
  Euch nicht unter Blüten bückt,
Wenn die Last des Segens euch
  Erst hinab zur Erde drückt.

Fort den Wein! Wer noch nicht flammt,
  Ist nicht seines Kusses wert,
Und wer selbst vom Feuer stammt,
  Steht schon lange glutverklärt.
Euch geziemt nur Eine Lust,
  Nur ein Gang durch Sturm und Nacht,
Der aus eurer dunklen Brust
  Einen Sternenhimmel macht.

Friedrich Hebbel





Friedrich Hebbel

Friedrich Hebbel



Vorheriges Gedicht von Hebbel Nächster Text von Hebbel
   Gefällt Ihnen das Gedicht von Hebbel?   ⇒ Kommentar/Rezension
  Weniger   Gut      Sehr gut   Ausgezeichnet     
 

 
   Gedichte, die Sie interessieren könnten ⇒ Übersicht  
19. Jahrhundert  • Meyer: Der Botenlauf 
18./19. Jh.  • Kind: Was lockst du, junge Rose 
19./20. Jh.  • Salus: Hymnus (I) 
Barock  • Logau: Jünglinge und Greise 
18./19. Jh.  • Hölderlin: Der Tod fürs Vaterland 


Gedichtsuche

  Nur im Titel suchen    
 

Konzept, Gestaltung und Inhalt: © Chr. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek