Mutter und Kind1
Soeben eingeschlafen sind
Im Bett die Mutter und das Kind,
Die Mutter schläft - so scheint es - fest,
Als bald das Kind sich hören lässt.
Auf wacht die Mutter von dem Schrei'n
Und wiegt das Kind von neuem ein,
Fest schläft das Kind die ganze Nacht;
Bis erst am Morgen es erwacht.
Die Mutter aber wacht und wacht
Und wachet durch die ganze Nacht.
Es brauchte nur den einen Schrei,
Auf immer war der Schlaf vorbei.
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Und wieder bricht des Morgens Schein,
Ins stille Kämmerlein herein,
Gar matt und bleich beim Dämmerlicht
Erscheint der Mutter Angesicht.
Doch sieh! es tun sich bald darauf
Des lieben Kindes Äuglein auf,
Und lächelnd lallt der stille Mund:
"Bin, liebe Mutter, noch gesund."
Und wohler wird ihr jetzt um's Herz,
vergessen ist des Kummers Schmerz.
Was doch ein Lächeln nicht vermag,
Ein Fest ist nun der ganze Tag. Karl Rudolf Hagenbach |