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Gedichte » Andreas Gryphius » Sonette » 5. Aus dem Nachlaß » Auf das Absterben eines Fürstlichen Kindes


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Auf das Absterben eines Fürstlichen Kindes

Gedicht von Andreas Gryphius

So reist holdselges Kind der unverhoffte Tod
Dich von uns hin/ und macht kaum inner einem Lichte/
Das liebreichst Ebenbild der Anmuth gantz zu nichte.
Ach kaum erhörter Fall! durch rauher schmertzen Noth.
Doch dir ist ewig wohl: der überweise Gott
Bricht/ weil der Winter kommt/ die schönsten Himmels-Früchte
Zu ihrem besten ab: Du schaust sein Angesichte
Höchst frölich und verlachst der Erden Tand und Koth.
Was von dir sterblich war/ wird in der Saate Zeit
Der Gruben anvertraut/ daß zu der Ewigkeit
Es herrlich dermahleins in höchster Zier auffblühe.
Du warest zu der Cron gebohren. In der Welt
Ist nichts denn Dienstbarkeit/ die uns gefässelt hält/
Drum besser daß dich Gott auf seinen Thron entziehe.

Andreas Gryphius
Aus der Sammlung Aus dem Nachlaß





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