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Die Wohnung des Glücks

Ach, wo wohnt das Glück?
Irrend schweift mein Blick
Rings in alle Fernen,
Flehet zu den Sternen;
Spähet jeden Tag,
Wo er’s finden mag.

Fänd ich’s über’m Meer,
Wenn ich drüben wär?
Wohnt’s auf Inselmaten
Unter Palmenschatten?
Ach, von Süd und Nord,
Such‘ ich immerfort!

Wohnt’s, wo immergrün
Die Zitronen blühn?
Oder ist’s zu finden
In den Alpengründn?
Doch, dort seufzt’s wie ich:
„Glück, wo find‘ ich dich?“

Wohnt’s in ferner Zeit?
Ist das Jahr noch weit,
Wo in seinen Armen
Darf mein Herz erwarmen?
Lacht sein Morgenrot
Mir erst nach dem Tod?!

„Ach, wo wohnt das Glück?“
Trockne, nasser Blick!
Denn es ist dir näher
Als du denkst, o Späher –
Blick in dich hinein,
Wird’s gefunden sein!

Hugo Grabow, 1861
Aus der Sammlung Gedichte





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