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Dein Kind

Du wollt'st es nicht sehn?
Du wollt'st es nicht lieben?
Und wird es vergehn,
Wird's Dich nicht betrüben!

Du hätt'st nur den Trieb
Dein Gleiches zu zeugen,
Und hätt'st nicht die Lieb'
Für das, was Dein Eigen?

Vom Menschen Dir ward
Nur das gleißende Bildnis,
Und Du wärst von der Art,
Wie der Baum in der Wildnis?

Wie der Baum thätst Du
Mit Deinem Kinde,
Der fühllos wirft zu
Seinen Samen dem Winde -

Ob gediehn, ob verdorrt
Auf des Zufalls Wegen - ?
... Nein, nein! nicht Mord,
Deine Hand streut Segen!

Denn Du bist gut,
Wirst gut sein dem Kinde -
Du weißt, wie sich's ruht,
Das Herz ohne - Sünde!

Sidonie Grünwald-Zerkowitz





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