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An die Sonne

Sonne, alle Menschenzungen
Loben deine gold’nen Strahlen!
Bäche, wo sich Nymphen baden;
Thäler, wo sich Hirt und Heerde
Deinem Licht entgegen lagern;
Berge, wo, von dir erwärmet,
Eis und Schnee in Thäler rinnen;
Klippen, wo an kalten Gipfeln
Ziegen hangen, Gemsen klettern;
Fluren, wo Narzissen blühen,
Wo dein Strahl Violen wärmet,
Danken dir für deine Strahlen:
Aber ich kann dir nicht danken,
Denn du strahltest gar zu helle,
Als mich in der Sommerlaube
Keine Mutter sehen sollte.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim





Johann Wilhelm Ludwig Gleim

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