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Vorschmack

Früh auf der Bank in meinem Garten
In holder Stille hinzuwarten,
Bis sich ein feiner Traum anspinnt,
Der mählich sein klar Gesicht gewinnt:
Nichts Lieblicheres ist zu denken!
Mag anderen Gott ein anderes schenken,
Ich koste dies heimliche Glück, als seis
Ein Vorschmack schon vom Paradeis,
Allwo die guten Dichterknaben
Ein ganz besonderes Bänklein haben
Und ruhn durch all die ewige Zeit
In lauter Rausch und Seligkeit.

Sankt Peter mag wohl manchmal meinen,
Sie wollten unnütz ihm erscheinen,
Und Saitenzupf und Säuselsumm
Ging schon zumal im Himmel um.
Ist doch auch manchem Mann hienieden
Die rechte Einsicht nicht beschieden,
Sieht scheel und schilt: Der hat es gut!
'ne Sund, wie er den Tag vertut!

Gustav Falke
Aus der Sammlung Frohe Fracht

  
  
  

Gustav Falke   

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