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Gedichte » Zeitgenössische deutsche Dichtung » Georges Ettlin » Zur späten Stunde


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Zur späten Stunde

Wie gerne wir den Wäldern lauschen,
wenn fern - wie sterbend- unsre Sonne sinkt
und rötlich nun ihr letztes Lichtlein winkt :
Da tröstet uns vertrautes Windesrauschen !

Damit dem weltverlassnen Schlaf nicht fehle
in hoffnungsloser kalter schwarze Nacht
des ewig wachen Gottes Liebesmacht,
erinnert an sein Licht sich unsre Seele :

Wenn jetzt die frommen Abendlieder klingen
und leise uns die Kirchenglocken bringen
ein ferner heller hoffnungsvoller Klang :

Beginnt das müde Herz aufs Mal zu singen:
Befreit von Tages bitter-bösen Dingen,
da ist im nächtlich Traume uns nicht bang !

***

c/G.E.

© Georges Ettlin, 2009





Georges Ettlin

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