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Ich weiß: ich bin ein Leben

Gedicht von Gerrit Engelke

Ueber Wiesen, die am Stadtrand liegen,
Geh ich mit erfreuten Sinnen hin,
Drosseln schnärren – Wolken fliegen –
Im Sausewind rauschen, biegen
Sich die Hecken – grüne Gräser wogen, wiegen –
Und es schnärrt und saust und rauscht und wiegt in meinem Sinn:
Ich weiß, ich bin, ich bin!

Drüben von den hohen Schornsteintürmen flattern
Qualm-Fahnen über meine Lärm-Stadt hin:
Menschenvolle Straßenbahnen rattern
In der Ferne, Automobile knattern
Hart vorbei: es stampft und walzt in meinem Sinn:
Ich weiß, ich bin, ich bin!

Aus Lärm und Laub, aus meinem Schritt, aus Wolkenschweben,
Aus Millionen Wesen, die mich Mensch umbeben:
Verströmt ein frohverwandtes Aufwärtsheben,
Verströmt mir sausend in den Sinn:
Ich weiß, ich bin mit euch ein Leben!
Ich weiß, ich weiß: ich bin! ich bin!

Von nun ab geh ich durch die Häuserstraßen-Enge,
Die übervoll von Schritten, Hufen, Straßenbahn-Gebimmel,
Von nun ab geh ich durch die Promenaden-Menschenmenge,
Durch das frauen-, früchtebunte Wochenmarkt-Gewimmel,
Durch den Wald, durch Baum-Gedränge,
Durch die Morgen-, Mittagsstunden:
Wie mit elektrisiertem Leibe hin!
Wie mit elektrisiertem Leibe hin!
Ich freue mich, daß ich von Leben überall umbunden,
Daß ich zu diesem frohen Stolz gefunden:
Ich bin!

Gerrit Engelke
Aus der Sammlung Rhythmus des neuen Europa





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