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O Sonne

Alice Berend zugeeignet

O birg in kühnem Leben Sonnenstunden ,
Dein Wesen bleib um Wonne hold in Sorgen;
Die Sonne schenkt sich fordernd: borg zu borgen,
Laß eignen Überschwang durch Gold umrunden!

Wie froh gekühlte Sommermonde munden!
In Weinesröte loht ein stolzer Morgen
Der ewigen Erwachtheit traut geborgen:
Sein Tag in uns singt alte Sonnenkunden.

O Sonne, meine Seele sei ein Garten,
Berühre sacht der Triebe zartes Sprühen:
Ein Mensch ist lenzgewohnt, weil voll Erwarten!

O Sonne, weil behutsam um mein Mühen:
Wir fühlen freudig ferne Feuerfahrten,
Die, fruchtbar durch den Geist, für dich erglühen!

Theodor Däubler
Aus der Sammlung Attische Sonette






Theodor Däubler

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