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Das neue Leben

Eia! Wie so wach und froh,
Froh und wach sind meine Sinnen!
O vor welcher Sonne floh
Meines Lebens Nacht von hinnen?
Wie so holden Gruß entbot
Mir das neue Morgenroth!

Aus Aurorens goldnem Thor
Schweben Himmelsphantasieen.
Ueberall vernimmt mein Ohr
Neue Wonnemelodieen.
Nie gefühlte Frühlingsluft
Weht mich an mit Balsamduft.

Bin ich dem Olymp so nah?
Kost’ ich schon der Götter Mahle?
Speiset mit Ambrosia?
Tränket mich die Nektarschale?
Reicht die junge Hebe gar
Mir den Wein des Lebens dar?

Liebe, deine Wunderkraft
Hat mein Leben neu geboren,
Hat zum Glück der Götterschaft
Mich hienieden schon erkoren.
Ohne Wandel! Ewig so!
Ewig jung und ewig froh!

Gottfried August Bürger





Gottfried August Bürger

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