Die Lüfte regen die FlügelGedicht von Adolf BöttgerDie Lüfte regen die Flügel
Und schwingen sich über die Höhn,
Und wecken in Höhl' und Hügel
Silbernes Harfengetön.
Dem Sternenglanz entringet
Sich Liebe üsternd bang,
Und leis entgegen klinget
Der Lilie Nachtgesang!
Der Schwan zieht durch die Wogen
Schön wie die Frühlingsnacht,
Die Rosen am Uferbogen
Erröten in keuscher Pracht.
Mein Geist zieht gleiche Kreise,
Wie Strene, Luft und Schwan,
Ihn lockt in Zauberweise
Dein liebes Bildniß an:
Die tiefsten Gefühle bringen
In Deine Träume vertraut,
Und unsre Seelen klingen
Süßen, verwandten Laut.
Es brechen der Erde Schranken,
Und Deine Schönheit erhellt
Mir ewiger Liebesgedanken
Krystallne Märchenwelt! Adolf Böttger |