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Gedichte » Achim von Arnim » Traure nicht, traure nicht, Um dein junges Leben


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Traure nicht, traure nicht, Um dein junges Leben

Gedicht von Achim von Arnim

(Mündlich.)

Es ritt ein Herr und auch sein Knecht,
Sie ritten miteinander einen Winter weiten Weg.

Sie kamen an einen Feigenbaum,
Lieb Knecht steig, schau dich ume auf dem dürren Feigenbaum.

Es ist, lieb Herr, es ist zu viel,
Mein Kraft ist mir entschwunden, die Aestlein sind auch dürr.

Lieb Knecht so halt mein Roß am Zaum,
Ich will wohl selber steigen auf den dürren Feigenbaum.

Und da er auf den Baum nauf trat,
Die Aestlein waren dürre, er fiel ins grüne Gras.

Lieb Herr, nun liegst du halber tod
Wo soll ich mir nun ausnehmen, mein schwer verdienten Lohn?

Lieb Knecht, für deinen Lohn und Werth,
Dafür sollst du wohl nehmen mein Rappelbraunes Pferd.

Dein Rappelbraun Pferd, das mag ich nit,
Ich weiß mir noch was Anders, das mir lieber lieber ist.

Lieb Knecht, für deinen Lohn und Werth,
Dafür sollst du wohl nehmen mein Silberreiches Schwerdt.

Dein Silberreiches Schwerdt das mag ich nit,
Ich weiß mir noch was Anders, das mir lieber lieber ist.

Lieb Knecht, so nimm mein wunderschönes Weib,
Dazu den jungen Markgraf, der in der Wickelwiege leit.

Lieb Herr, jetz reit ich, schau um ein Grab,
Daß man euch mit den Schülern zur Kirche eintrag.

Und da sie an die Kirche kamen,
Da fiengen alle Glöckelein zu läuten läuten an.

Sie läuten so hübsch, sie läuten so fein,
Sie läuten dem Markgrafen ins Himmels Reich hinein

Ins Paradeis, ins Himmelreich,
Da sitzen die Markgrafen den Engelein zugleich.

Achim von Arnim




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