Gedichte:  Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz  Rückert 

Gedichte


Gedichte » Achim von Arnim » Glück der Schlemmer


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum
WISSEN
Fachtermini

  
 

Glück der Schlemmer

(Blum und Ausbund allerhand auserlesener züchtiger Lieder.
Deventer 1602. 12. Der Sammler ist Paul von der Aelst.
Mitgetheilt von H. H. Eschenburg.)

Es steht ein Baum in Oesterreich,
Der trägt Muskaten Blumen;
Die erste Blume, die er trug,
Die brach ein's Königs Tochter.

Darzu so kam ein Reuter gegangen,
Der freit des Königs Tochter;
Er freit sie länger denn sieben Jahr,
Er konnt sie nicht erfreuen.

Laß ab, laß ab du junger Knab,
Du kannst mich nicht erfreuen;
Ich bin viel besser geborn denn du,
Von Vater und auch von Mutter.

Bist du viel besser geborn, denn ich,
Von Vater und auch von Mutter,
So bin ich deines Vaters gedingter Knecht,
Und schwing dem Rößlein sein Futter.

Bist du mein's Vaters gedingter Knecht,
Und schwingst dem Rößlein sein Futter;
So giebt dir mein Vater auch großen Lohn,
Damit laß dir genügen.

Den großen Lohn, den er mir giebt,
Der wird mir viel zu sauer;
Wenn andre zum Schlafkämmerlein gehn,
So muß ich zu der Scheuer.

Des Nachts wohl um die halbe Nacht,
Das Mägdlein begunnt zu trauren;
Sie nahm ihre Kleider untern Arm,
Und gieng wohl zu der Scheuer.

Des Morgens da der Tag anbrach,
Die Mutter begunnt zu rufen;
Steh auf, steh auf, du gedingter Knecht,
Und gieb dem Roß das Futter.

Das Futter, das ich ihm geben will,
Das liegt in meinen Armen,
Nächten Abends war ich euer gedingter Knecht,
Euer Eidam bin ich worden.

Daß du mein Eidam worden bist,
Deß muß sich Gott erbarmen!
Ich hab' sie Rittern und Grafen versagt,
Dem Schlemmer ist sie worden!

Dem Schlemmer, dem sie worden ist,
Der kann sie wohl ernähren;
Er trinkt viel lieber den kühlen Wein
Denn Wasser aus dem Brunnen.

Der uns dies neue Liedlein sang,
Er hat's gar wohl gesungen;
Er ist dreimal in Paris gewesen,
Und immer wieder kommen.

Achim von Arnim




Vorheriges Gedicht von Arnim Nächster Text von Arnim
   Gefällt Ihnen das Gedicht von Arnim?   ⇒ Kommentar/Rezension
  Weniger   Gut      Sehr gut   Ausgezeichnet     
 

 
   Glücks-Gedichte, die Sie interessieren könnten ⇒ Übersicht  
18./19. Jh.  • Brentano: Glück Favorit unserer LeserFavorit unserer Leser
18./19. Jh.  • Justinius Kerner: Klecksographien 32 
19./20. Jh.  • Stechern: Der Bergmann Favorit unserer LeserFavorit unserer LeserFavorit unserer Leser
20./21. Jh.  • Roman Herberth: Über das Glück 
2009  • Renate Tank: WAS IST GLÜCK? 


Gedichtsuche

  Nur im Titel suchen    
 




Konzept, Gestaltung und Inhalt: © Chr. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek