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Verwandte Gedichte

 Unzer, Johanne Charlotte, Damis und Phillis 
 Unzer, Johanne Charlotte, An Damis Geburtstage 
 Unzer, Johanne Charlotte, Trost der Liebe 
 Unzer, Johanne Charlotte, Ein Schluß 
 Unzer, Johanne Charlotte, An Damis, zu ihrem Bildnisse 

 

Damis und Phillis

Johanne Charlotte Unzer


Damis

Als ich mir noch die süßen Küsse raubte,
Die Phillis itzt mir unerwartet giebt;
Da hab ich sie mehr, als ich selber glaubte,
Mehr als mich selbst, hab ich sie da geliebt.

Phillis

Als Damis Herz zuerst für mich entbrannte;
Da war mein Glück dem Glück der Fürsten gleich.
Als er mich noch sein braunes Mädchen nannte;
Galt mir sein Kuß mehr, als ein Königreich.

Damis

Nun macht die Eh der alten Gunst ein Ende,
Und Doris nur befeuret meinen Trieb.
Wie drückten wir einander jüngst die Hände!
Wie war ich ihr, wie war sie mir so lieb!

Phillis

Itzt könnt ich mich an Thyrsis Kuß ergetzen,
Der meine Reu, nicht ohne Mitleid, hört.
Er ist bereit, mir Damis zu ersetzen,
Und ach! sein Kuß ist einer Sünde werth.

Damis

Wie? wenn ich itzt die alte Gunst erneute?
Wie? wenn ich dich, die mich zuerst entzückt,
Durch einen Kuß der ersten Art erfreute,
Daß Doris säh, wie mich dein Bund beglückt!

Phillis

Ich seh es oft aus deinen satten Blicken,
Daß in dein Herz ein kleiner Kaltsinn schleicht:
Doch darf nur ich Dich an mein Herze drücken;
So ist für mich kein Liebster, der Dir gleicht.

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Johanne Charlotte  Unzer

Johanne Charlotte Unzer

An Damis Geburtstage

Johanne Charlotte Unzer


Du meiner Wünsche Ziel, mein Damis! welch Entzücken
Fühlt heute Deiner Freundinn Brust!
Du lebst! und liebest mich! mein Leben zu beglücken
Erkohrst Du Dir zur größten Lust.

Die Vorsicht wolle doch mich lange würdig finden,
Von Dir, mein Freund, geliebt zu seyn.
O! möchte sie mich nie der süßen Pflicht entbinden,
Mich diesen Tag mit Dir zu freun!

Jedoch, wenn dermaleinst mit seinen Mordgewehren
Der Todes-Engel uns wird dräun:
O Freund! dann müsse noch Dein Leben lange währen
Und Dir mein Tod ein Opfer seyn.

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Johanne Charlotte  Unzer

Johanne Charlotte Unzer




Trost der Liebe

Johanne Charlotte Unzer


An Damis

Kaum erwäg ich recht mein Glücke,
Das mir deine Liebe giebt;
Freund, so wird im Augenblicke
Mein erschrocknes Herz betrübt:
Denn es wird die Stunde schlagen,
Und wie schnell rückt sie heran!
Da ich nichts, als mich beklagen,
Und kein Mensch mich trösten kann.

Der Gedanke, wenn wir scheiden,
Mischt zu meiner Freude Gift,
Webt in meine Ruhe Leiden,
Lähmt den Scherz, auf den er trifft.
Damis, laß uns zeitig trachten
Unsre Trennung auszustehn,
Lehre mich den Tod verachten,
Oder doch unschreckhaft sehn. - - -

Träum ich? Nein! noch darf ich hoffen,
Mein Entsetzen mindert sich.
Seh ich nicht die Zukunft offen,
Und dort, hinterm Grabe, mich?
Seh ich nicht, in jener Ferne,
Neue Welten prächtig gehn?
Neue Sonnen, neue Sterne,
Neue Menschen auferstehn?

Fleuch von hinnen, banges Schrecken,
Störe nicht die sanfte Ruh!
Herr, dein Wink wird mich erwecken:
Deine Liebe sagt mirs zu.
Sanfter Strom zukünftger Freuden!
Süße Hoffnung, die mir blüht,
Muß ich einst von Damis scheiden,
Daß mein Geist Ihn wieder sieht.

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Johanne Charlotte  Unzer

Johanne Charlotte Unzer

Ein Schluß

Johanne Charlotte Unzer


Mir kann der Saft der Reben
Stets neu Vergnügen geben.
Ich lache, scherz und singe,
Ich jauchze, hüpf und springe,
Es fliehen alle Schmerzen
Aus meinem frohen Herzen.
Bey Damis stillen Küssen,
Kann ich leicht alles missen,
Was andern Wollust dünket:
Drum Schwestern, liebt und trinket!

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An Damis, zu ihrem Bildnisse

Johanne Charlotte Unzer


Wenn einst nach meinem Tod dieß Bild Dein Aug erblicket,
So denke, daß ich Dir, nur Dir allein gelebt!
Wenn Dich ein schönres Kind mit ihrer Lieb entzücket,
Und Deine ganze Seel in neuer Wollust schwebt:

Dann, Damis, stelle ihr, zum Muster seltner Treue,
Dieß Bildniß, das mir gleicht, als ihr Exempel dar;
Und sprich: o lebte sie; ich liebte sie aufs neue,
Sie, deren treue Seel in ihren Mienen war.

Freund, wenn es möglich wär, ich würde gleich belebet,
So sehr entzückt Dein Lob und Deine Liebe mich! -
Vor Unglück und Gefahr hab ich noch nie gebebet:
Doch vor Verlust von Dir, ach! der erschüttert mich!

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Johanne Charlotte  Unzer

Johanne Charlotte Unzer

 



















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