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 Bürger, Elise 

 

Elise

Gottfried August Bürger

O Bürger, Bürger, edler Mann,
Der Lieder singt, wie Keiner kann
Vom Rhein an bis zum Belt,
Vergebens berg’ ich das Gefühl,
Das mir bei deinem Harfenspiel
Den Busen schwellt!

Mein Auge sah von dir sonst nichts
Als nur die Abschrift des Gesichts,
Und dennoch – lieb’ ich dich!
Denn deine Seele, fromm und gut,
Und deiner Lieder Kraft und Muth
Entzückten mich.

So füllt’ im ganzen Musenhain
Von allen Sängern, groß und klein,
Noch Keiner mir die Brust.
Sie wogt’ empor wie Flut der See;
Es kämpften stürmend Lust und Weh
Und Weg und Lust.

An Wonnen wie an Thränen reich,
Rief ich, wie oft: »O herzen gleich
Und küssen möcht’ ich dich!« –
So wechselte, wie dein Gesang,
In mir der Hochgefühle Drang,
Dem Alles wich.

O Bürger, Bürger, süßer Mann,
Der Ohr und Herz bezaubern kann
Mit Schmeichelwort und Sinn,
Mein Loblied ehrt dich freilich nicht;
Doch höre, was mein Herz dir spricht
Und wer ich bin!

In Schwaben blüht am Neckarstrand
Ein schönes ...

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