|
|
|
Verwandte Gedichte |  Wienke, Abenddämmerung
 Chezy, Abenddämmerung
 Haug, Amors Lieblingsstunden
 Lingg, Lied im Süden
 Morgenstern, In Phanta’s Schloß - Abenddämmerung
| | |  | |  | AbenddämmerungHelmina von Chezy Glöckchen im Thale, Rieseln am Bach,
Säuseln in Lüften, schmelzendes Ach,
Sterne in Wipfeln, äugelnd durch's Laub,
Ach, und die Seele der Sehnsucht Raub!
Weilst du so ferne? Bangst wohl nach mir?
Bringen die Sterne Grüße von dir?
Alle so golden, selig und licht -
Ach! es sind deine Blicke doch nicht!
Text von Chezy drucken
Ähnliche Gedichte entdecken
|
|  | Amors LieblingsstundenFriedrich Haug Gott Amor liebt die stillen Stunden
Der Abenddämmerung,
Wenn Liebende sich noch erkennen,
Und nicht erröthen seh’n!
Text von Haug drucken
Ähnliche Gedichte entdecken
|  | Lied im SüdenHermann von Lingg Sonnenuntergang!
Lautlos ruhen Säulengang
Und verlassne Marmorbäder,
Wo den stillen Weg entlang
Noch antiker Wagenräder
Furchen trägt der Lavastein.
Rot im Abendschein
Wirft der Ölwald längre Schatten
Längs der braunen Felsenplatten
Um den Bergabhang –
Sonnenuntergang.
Abenddämmerung!
Blumen atmen wieder jung,
Und in uns erblühn die weißen
Rosen der Erinnerung.
Könnt' ich sie verwelken heißen?
Schnell im Süden kommt die Nacht,
Flüchtig ist die Macht
Deines schwärmerischen Glückes,
Wie die Flammen eines Blickes
Voll Begeisterung,
Abenddämmerung.
Sommermitternacht!
Nur noch die Cicade wacht;
Ringsum ruhn die dunkeln Täler.
Unter alter Tempelpracht,
Wo gestürzte Kapitäler
Meine Kissen, wo mein Haupt
Lorbeer selbst umlaubt,
Sollt' ich's nicht gestehn im Liede,
Wie dein tiefer, stiller Friede
Ganz mich glücklich macht,
Sommermitternacht?
Text von Lingg drucken
Ähnliche Gedichte entdecken
|

Hermann von Lingg
|
|  | In Phanta’s Schloß - AbenddämmerungChristian Morgenstern Eine runzelige Alte,
schleicht die Abenddämmerung,
gebückten Ganges
durchs Gefild
und sammelt und sammelt
das letzte Licht
in ihre Schürze.
Vom Wiesenrain,
von den Hüttendächern,
von den Stämmen des Walds,
nimmt sie es fort.
Und dann
humpelt sie mühsam
den Berg hinauf
und sammelt und sammelt
die letzte Sonne
in ihre Schürze.
Droben umschlingt ihr
mit Halsen und Küssen
ihr Töchterchen Nacht
den Nacken
und greift begierig
ins ängstlich verschlossene
Schurztuch.
Als es sein Händchen
wieder herauszieht,
ist es schneeweiß,
als wär es mit Mehl
rings überpudert.
Und die Kleine,
längst gewitzt,
tupft mit dem
niedlichen Zeigefinger
den ganzen Himmel voll
und jauchzt laut auf
in kindlicher Freude.
Ganz unten aber
macht sie einen großen,
runden Tupfen -
das ist der Mond.
Mütterchen Dämmerung
sieht ihr mit mildem
Lächeln zu.
Und dann geht es
langsam
zu Bette.
Text von Morgenstern drucken
Ähnliche Gedichte entdecken
|

Christian Morgenstern
|
|
|
|
|